Dienstag, 27. Juni 2017


Das schmutzige Geheimnis von H&M, Zara und Co.

An die Geschäftsleitungen von H&M und Zara

Appell

Die Kleidung, die Sie verkaufen, wird in Viskose-Fabriken in Asien hergestellt und belasten Luft und Wasser mit verheerenden Schadstoffen. Als Kundinnen und Kunden in Europa fordern wir Sie auf, sich unverzüglich um einen Stopp der Umweltverschmutzung zu bemühen, Ihre Produzenten bei der Umstellung auf eine saubere Herstellung zu unterstützen und den Einkauf bei Produzenten zu beenden, die die Auflagen nicht erfüllen.

Warum das wichtig ist

Wieder dokumentiert eine Untersuchung, dass H&M und Zara für verheerende Umweltverschmutzungen verantwortlich sind. Die Kleidung, die viele von uns in Europa kaufen, wird aus Stoffen genäht, die in Fabriken in Asien gefertigt werden. Dabei wird giftiges Abwasser direkt und unbehandelt in Flüsse und Bäche geleitet [1].
Auf Nachfrage zeigen sich die Modeketten betroffen. Ihre Sorge ist jedoch nur ein Lippenbekenntnis. Sie haben sich noch nicht dazu verpflichtet, keine Stoffe mehr von den tödlichen Fabriken zu beziehen. Es ist jetzt an uns, von ihnen Konsequenzen zu verlangen.
Als unabhängige Prüfer die Fabriken untersuchten, trauten sie ihren Augen nicht und wussten sofort: Hier läuft was richtig schief. Wasserproben und Befragungen der Anwohner bestätigten, was zum Himmel stank: Die Fabriken zerstören die Umwelt und schädigen die Gesundheit der Bevölkerung. Dabei ließe sich all das vermeiden. Es gibt umweltfreundliche Arten, Textilien herzustellen, die jederzeit im großen Maßstab eingesetzt werden könnten - wenn Marken wie H&M und Zara das nachfragen würden.
H&M und Zara haben schon in der Vergangenheit auf öffentlichen Druck reagiert und ihre Praktiken verändert. Schließlich sind sie darauf angewiesen, dass wir ihre Kleidung kaufen. Wir Verbraucher/innen haben es in der Hand, sie da zu treffen, wo es richtig weh tut - bei ihrer Kundenbasis. Wenn Zehntausende von uns mitmachen, werden sie uns zuhören müssen.
Die Fabriken, die untersucht wurden, sind keine kleinen Klitschen. Es sind zehn der weltweit größten Textilbetriebe dabei. Sie haben ihren Sitz in China, Indien und Indonesien. Firmen wie H&M und Zara gehören zu ihren größten Abnehmern. Wenn sie Änderungen verlangen, dann werden diese Fabriken nicht Nein sagen.
Es ist Viskose, eine halbsynthetische Faser, die auf pflanzlicher Basis hergestellt wird, die solche Probleme bereitet. Als Alternative zu Baumwolle und Polyester ist sie immer beliebter geworden. Viskose wird oft als besonders “nachhaltig” angepriesen - was sie auch sein könnte, würde sie richtig produziert. Die Viskose herstellen zu lassen, ist alles andere als nachhaltig. Bei ihrer Produktion wird extrem viel Chemie eingesetzt, ohne dass echte Kontrollen stattfinden. Die gefährlichen Chemikalien und giftigen Gase, die dabei in die Umwelt gelangen, überschreiten die ohnehin schwachen Grenzwerte um ein Vielfaches.
In jeder der untersuchten Fabriken erzählten Arbeiter/innen und Anwohner/innen, dass Freunde und Familienmitglieder krank geworden sind, dass das Wasser untrinkbar wird und der Fischfang zusammenbricht. Anwohner einer Fabrik in China sagten, sie würden nicht einmal mehr ihre Schweine mit Fisch füttern wollen, weil sie Vergiftungen befürchten. Das Testen von Wasserproben bestätigt die extrem hohe Schadstoffbelastung, welche die schwachen Grenzwerte um ein Vielfaches überschreitet.
Wir haben es in der Hand, das zu ändern. H&M und Zara sind durch die Medienberichte bereits aufgeschreckt. Jetzt müssen sie unsere Stimme hören. Das hat schon mal funktioniert: Als Hunderte Arbeiterinnen in einer Fabrik in Bangladesch starben, die für große Modeketten produzierte, unterzeichneten H&M und Zara auf Druck ihrer Kund/innen eine bahnbrechende Vereinbarung für bessere Arbeitsbedingungen. Die gilt aber nur für Bangladesch!
Wenn wir in Europa eine Veränderung fordern, dann werden H&M und Zara zuhören. Gelingt es uns, diese beiden großen Unternehmen zu bewegen, dann geben wir auch ein wichtiges Signal an andere Modeunternehmen.


Ja, H&M und Zara sollen die Umweltverschmutzung stoppen!
 
Referenzen
[1] http://changingmarkets.org/wp-content/uploads/2017/06/CHANGING_MARKETS_DIRTY_FASHION_REPORT_SPREAD_WEB.pdf,

https://www.theguardian.com/sustainable-business/2017/jun/13/hm-zara-marks-spencer-linked-polluting-viscose-factories-asia-fashion

Quelle: We Move Europe 

Freitag, 4. Dezember 2015

Jack Wolfskin - Shop in Bozen

Jack Wolfskin - Shop in Bozen

Jack Wolfskin ist seit 2010 Mitglied der Fair Wear Fondation. Der Outdoor-Hersteller aus Deutschland schreibt von sich:
"Als erstes Outdoor-Unternehmen sind wir 2014 den Schritt zur absoluten Transparenz gegangen, indem wir die Auditergebnisse von allen Lieferanten auf unserer Webseite veröffentlichen."
 
Die Herstellerkette seiner Produkte ist detailliert beschrieben und man kann eine Übersicht über den Auditbericht von jedem Zulieferer einsehen.
 
Ich habe im Shop in Bozen eine Fleece-Jacke gekauft. 
Einziger Wermutstropfen:  Kosten im Shop: € 130 - bei Amazon kann man das Teil um € 71 (plus Transportspesen) erstehen. Bei solch großen Preis-Unterschieden darf sich niemand wundern, wenn immer mehr online gekauft wird.
 
Jack Wolfskin             
   


Ethika in Neumarkt

Einkauf bei Ethika in Neumarkt - Südtirol

In Neumarkt unter den Lauben gibt es ein kleines, aber feines Geschäft, wo ich kürzlich echte Textilschätze gefunden habe.
Für Männer führen sie dort Basics von Living Crafts und T-Shirts und Sweatshirts von Re-Bello.
Für die Damen ist die Auswahl noch vielfältiger: Mode von Naturalmente bis Madness

Schön dass man Faire Mode nun auch in Südtirol in einem Geschäft kaufen kann und nicht nur auf den Online-Handel angewiesen ist.

EIn Dankeschön an Frau Helene Ortler für die angenehme Beratung ! 

ETHIKA in Neumarkt, Südtirol           

  

Sonntag, 19. Januar 2014

RE-BELLO - ein faires Südtrioler Modelabel


RE-BELLO steht für modische Shirts aus Bambusfasern. Das Material gilt als umweltfreundlicher als Baumwolle, da beim Bambus keine Pestizide eingesetzt werden müssen. Es wird auch aus Eukalyptus - Tencel und Bio-Baumwolle gefertigt.

Die Kollektion wird nach den Fair-Wear Kriterien hergestellt. Über die Zertifikate lesen Sie hier.

Die Mode-Macher leben und arbeiten in Steinmannwald zwischen Bozen und Leifers. Die Ware ist in mehreren Geschäften in Südtirol erhältlich.

Den Namen RE-BELLO sollte man sich merken. www.re-bello.com

Freitag, 12. Oktober 2012

H&M - Was man wissen sollte



Nachdem die Modekette H&M auch in Südtirol Fuß gefasst hat, möchte ich hier Informationen zusammenfassen, die ich im Internet über diese Firma gefunden habe.

Bewertung von H&M durch die Clean Clothes Campaign (CCC): Bewertung
Laut CCC ist die Gesamtbewertug: GELB=durchschnittlich. Für H&M ist die nachhaltige und faire Produktion ein Thema.
Weitere Infos dazu: Nachhaltigkeit bei H&M
Zu kritisieren ist allerdings, dass das Thema Nachhaltigkeit auf der Homepage der Firma www.hm.com überhaupt nicht vorkommt.

KONTRA: Waren bei H&M sind verdächtig billig. 
PRO: Ein höherer Preis überhaupt keine Gewähr, dass die Kleidung fair hergestellt wurde.

PRO: H&M war 2010 der weltweit größte Verarbeiter von Bio-Baumwolle. Quelle (Seite 3)
KONTRA:  ca. 30% der Bio-Baumwolle ist gar nicht BIO sondern eine Fälschung. Quelle

PRO: H&M lässt zumindest einige seiner Lieferanten nachweislich überprüfen. Die Berichte sind einsehbar. Mängel sind aufgelistet. Auf "Tracking Charts" klicken
KONTRA: Film über schlimme Verhältnisse bei einem Lieferanten von H&M (aus dem Jahr 2008

PRO:Andere große Firmen schneiden bei der Bewertung durch CCC wesentlich schlechter als H&M ab: Schwarze Schafe sind BURTON, DIESEL, NIKITA, NITRO, ETNIES. Nicht viel besser bewertet sind BENETTON, O´NEILL, TATONKA.
KONTRA: Mitarbeiter eines Zulieferers von H&M brechen zusammen 

KONTRA: H&M lässt am Sonntag seinen Laden offen. Das ist für die MitarbeitInnen wenig familenfreundlich. Weil es überflüssig ist und andere zwingt, ebenfalls am Sonntag auf zu sperren. Deshalb kaufe ich am Sonntag nicht ein.

Mein Fazit: H&M legt wie viele andere Textilhersteller zu wenig Gewicht auf die nachhaltige und faire Herstellung seiner Waren. H&M ist aber nicht das schwärzeste Schaf in der Herde der Hersteller.

Wenn man verantwortungsvoll einkaufen will, muss man sich allerdings unter diesen Marken umsehen: Beispiele

Allgemein gilt: Weniger Kleidung kaufen, auf die Kelidung mehr acht geben - sich dafür aber für Hersteller von fairer Kleidung entscheiden. 
Weniger Masse und dafür mehr Qualität und Fairness: Am Ende kostet das gleich viel.


Sonntag, 15. April 2012

Fair Fashion Night in Brixen

Modenschau und mehr im Weltladen Brixen

Frech, frisch und fair präsentiert sich die neue Frühlings- und Sommerkollektion des Weltladen Brixen. Die Modenschau wird umrahmt von spannenden Denkanstößen rund ums Thema faire Kleidung und einem gemütlichen Umtrunk.


Wann: Donnerstag, 26.04.2012, 20 Uhr
Wo: Weltladen Brixen, Stadelgasse 5/c

Quelle: OEW.org

Schon lange hat die faire Mode ihr Jutesack-Image abgelegt und verbindet tolle Designs mit fairen Herstellungsbedingungen.
Das nenne ich Tragekomfort ! Jeden Tag Freude über die edlen Stücke.
Ein Besuch in Brixen ist zu empfehlen.

Sonntag, 4. September 2011

VAUDE - Ein vorbildlicher Hersteller im Outdoor-Segment

VAUDE hat seinen Sitz in Deutschland in der Nähe vom Bodensee. Auf der Internet-Seite (Link) gibt der Hersteller fundierte und detaillierte Auskünfte über seine Nachhaltigkeitsstrategie. Er erklärt, warum er einen kleinen Teil seiner Produkte in Deutschland fertigt und warum er den Großteil aus Asien bezieht.
Er hat ein eigenes, internes Bewertungssystem entwickelt (Green Shape). Green Shape ist das VAUDE Gütesiegel für Produkte, die besonders umweltfreundlich hergestellt sind. Die Produkte müssen entweder aus mindestens 90 Prozent Biobaumwolle, recycelten Materialien oder der Holzfaser Tencel® bestehen, mit dem umwelt-freundlichen Färbeverfahren VAUDE eColour gefärbt worden sein oder dem weltweit strengsten textilen Umweltstandard bluesign® entsprechen. 
Es wird in ziemlichem großen Umfang Bio-Baumwolle verarbeitet. Große Teile des Sortimentes sind Blue-Sign zertifiziert. (Ein Zertifikat vor allem für technische (Kunst-) Fasern).  
Ende 2010 ist VAUDE der Fair-Wear-Fondation beigetreten. Diese Organisation überwacht regelmäßig die fairen Arbeitsbedingungen bei den VAUDE-Lieferanten in Asien.
Bei der Produktentwicklung werden Fragen wie Recycling, Ressourcenverbrauch und Vermeidung von Giftstoffen beachtet. So will VAUDE bis 2012 komplett ohne PVC auskommen. Die konsequente Haltung von VAUDE in Sachen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung überzeugt mich. VAUDE ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2011 in der Kategorie "Top 3 Zukunftsstrategien (KMU)" nominiert. Der Preis wird am 4.11.11 vergeben.

VAUDE Produkte sind in ca. 20 Geschäften in Südtirol erhältlich. Händlerliste (unter Regione: Altro Adige eingeben)

Link zur VAUDE Öko-Kollektion

Montag, 4. Juli 2011

Sangestrahlte Jeans - ein Gräuel

Die Technik des Sandstrahlens wird bei Jeans gerne verwendet. Um ihnen den used-Look, den wir cick finden, verleihen zu können. Das Problem dabei ist, daß der dabei entstehende Staub gesundheitsschädlich ist.

source: Erklärung von Bern

INKOTA schreibt dazu:

"Dieses sogenannte Sandstrahlen schädigt vor allem die Lungen von ArbeiterInnen, die nicht ausreichend gegen den gefährlichen Staub geschützt sind. Schätzungsweise 4.000 bis 5.000 ArbeiterInnen erkrankten bisher alleine in der Türkei an der aus dem Bergbau bekannten Krankheit Silikose (Staublunge),  46 sind daran bereits verstorben. Die weltweite Dunkelziffer jedoch liegt viel höher, da Sandstrahlen sehr oft  in der informellen Wirtschaft stattfindet. Für die Lungenkrankheit Silikose gibt es keine Heilung, ihr Ausgang ist häufig tödlich." 

Kampagne von Inkota gegen sangestrahlte Jeans

Anstatt eine sangestrahlte, künstlich gealterte Jeans um teures Geld zu kaufen wäre es doch sinnvoll, an eine normal aussehende Jeans selbst Hand anzulegen: Schleife sie auf dem Boden rum, Rubble mit Schleifpapier und sonsiten abrasiven Zeug. Oder noch besser: Tareg die Jeans so lange, bis sie einen natürlichen used-look erhält !

Donnerstag, 30. Juni 2011

I:CO - Alte Kleider und Schuhe gegen Gutschein tauschen

Bei "Terra eco fashion" in Brixen kann man ab sofort alte Kleider und Schuhe gegen einen Gutschein eintauschen. Die gebrauchten Klamotten werden dem Recycler I:CO (steht für "I collect = Ich sammle") zugeführt, einem der größten Recycler in Deutschland.

Terra Eco fashion schreibt über das neue Zusatz-Angebot: 

So einfach geht das: Ausgediente  Kleider  und  Schuhe  sammeln.  Zu Terra  Eco  Fashion  nach  Brixen  bringen,  Gutscheine  kassieren,  und  diese beim  nächsten  Einkauf  einlösen.  Völlig  problemlos  kommt  so  z.  B.  das ehemalige  Lieblingsshirt  zu  neuen  Ehren.  Dabei  ist  es  ganz  gleich,  ob  das Produkt von Terra ist oder von einer anderen Marke und in welchem Zustand es  sich  befindet.  Je  nach  Menge  der  abgegebenen  Textilien  oder  Schuhe variiert die Anzahl der Gutscheine. Es gilt: Je mehr, desto besser – und umso mehr Gutscheine. 
„Wir,  wo  wir  eh  schon  ausschließlich  nachhaltig  und  fair  produzierte  Mode anbieten,   möchten   den   Kunden   die   Möglichkeit   geben,   ihre   alten ausgedienten  Klamotten  einfach  und  problemlos  zu  einem  der  besten Textilrecycler Europas zu bringen. So werden diese wiederverwendet und zu neuen Materialien verarbeitet. Der Kunde bekommt dies von uns in Form von kleinen  Gutscheinen  honoriert  und  zugleich  unterstützt  er  soziale  Projekte“, so  Günther  Reifer  von  Terra  Eco  Fashion.  „Wir  freuen  uns  sehr  über  die Zusammenarbeit  mit  I:CO.  Fashion  und  Nachhaltigkeit  lassen  sich  so wunderbar einfach miteinander verbinden.“   
       
Die  abgegebenen  Kleider  und  Schuhe  werden  von  I:CO  sortiert,  analysiert und  nach  neuesten  technischen  und  wissenschaftlichen  Richtlinien  sowie aktuellem  I:CO-Know-how  weiterverarbeitet.  „Um  unsere  Umwelt  nachhaltig zu verbessern, ist es wichtig, Textilien und Schuhe in einem ewigen Kreislauf zu  halten."



Link zu I:CO

Dienstag, 28. Juni 2011

Neues Geschäft in Neumarkt eröffnet

Neulich wurde in Neumarkt das Geschäft ETHIKA eröffnet, welches ausschließlich faire Kleidung anbietet. Das Sortiment besteht aus Damenbekleidung.
Die Adresse lautet:

ETHIKA
Organic Fashion
Laubengasse – Portici 23
39044 Neumarkt – Egna
Tel: 0471 813227

Es ist erfreulich, wie die Idee der Etical Fashion in Südtriol langsam Fuß fasst.
Honorieren wir das durch einen Besuch in den Fair Trade Geschäften !

Samstag, 14. Mai 2011

Kongress Nachhaltigkeit 19.-22.5.11 in Brixen


Ein spannender Kongress zum Thema Nachhaltigkeit findet vom 19.5. bis zum 22.5. in Brixen statt. Organisiert wird die Veranstaltung vom Terra Institut Brixen. Am Eröffnungsabend (Donnerstag, 19.5.) wird es eine Podiumsdiskussion geben, am Freitag 20.5. gibt es Parallelvorträge zu verschiedenen Themen. Am Samstag 21.5. werden verschiedene Seminare angeboten. Die Veranstaltung schließt am Sonntag mit einem Abschlussgottesdienst und einem Familienseminar.

Anmelden kann man sich für das Seminar unter folgendem Link.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Diskussionsabend am 8.5.11 über Film CHINA BLUE

Operation Daywork organisiert diesen Diskussionsabend (in ital. Sprache).

Donnerstag, 28. April 2011

PRUMO - Ein österreichisches Label mit Südtiroler Wurzeln

PRUMO ist ein junges Label aus Österreich. Die UnternehmerInnen stammen ursprünglich aus Südtirol. Sie schreiben über sich:
... es muss möglich sein, ein erfolgreiches unternehmen zu führen und trotzdem darauf zu achten, woher die produkte kommen, die man verwendet - und unter welchen bedingungen sie produziert werden. die beiden grundsätze „bio“ und fair trade“ begleiten uns seit beginn unserer selbständigkeit. 2005 haben wir das erste fair trade-, bio-szenelokal in österreich eröffnet (www.weltcafe.at), das bis heute großen zuspruch findet, wächst und gedeiht...

Mit dem Modelabel PRUMO (www.prumo.at) erweitern bieten sie jetzt auch Bekleidung an, die aus ökologisch angebauten und fair gehandelten Stoffen hergestellt wird. Ihre Produzenten legen sie offen. Sie führen das FairTrade-Siegel.
Erfreulich: Ihre Produkte sind nun auch in mehreren Geschäften in Südtirol erhältlich: Verkaufspunkte

Donnerstag, 7. April 2011

Fair Trade in der Industrie

Vielfach kursiert die Meinung, dass industrielle Fertigung und Fair-Trade nicht zusammenpassen würden. Dass dieser Eindruck entstanden ist, ist nicht verwunderlich: wurden doch bei vielen großen Konzernen in der Textilbranche und vor allem bei deren Zulieferern soziale Missstände aufgdeckt und veröffentlicht.
Es ist richtig: der Großteil der industriell hergestellten Textilien wird unter untragbaren Zuständen für Mensch und Natur hergestellt. Dass es aber auch anders geht, ist längst bewiesen: so bietet die Firma Switcher (CH) zum Beispiel seit 25 Jahren fair hergestellte Bekleidung an. Teilweise auch aus Bio-Baumwolle. Die Entstehungsgeschichte eines jeden Kleidungsstückes kann über das Respect-Code-System rückverfolgt werden. In der Schweiz gibt es hunderte von Switcher-Shops, in Südtirol gibt es leider noch keinen Ableger. Schade.

Film über Switcher auf Youtube

Mittwoch, 30. März 2011

Bericht Infoabend Fair Fashion in Bozen

Der Infoabend fand am 24.3.11 in Bozen statt. Die Veranstalter Operation Daywork, hds (Kaufleuteverbend), OEW und Friedenszentrum konnten im Festsaal der Gemeinde ca. 80 Personen begrüßen.


Den erstenVortrag hielt Frau Dr. Deborah Lucchetti, Präsidentin der Sozialgenossenschaft fair, Koordinatorin der Clean Clothes Campaign Italien, Autorin: „Aktuelle Entwicklungen in der globalisierten Textilindustrie“.
Sie ging vor allem auf ihre Erfahrungen mit den Zuständen in der Textilindustrie und ihren Begegnungen in Ost-Asien ein. Die zeichnete ein düsteres Bild der Lage in den Produktionsländern in Fernost.

Es folgte der Vortrag von Frau Sonja Wöhrenschimmel (Mit-Organisatorin der Wearfear Messe Linz, Journalistin, Designerin von Eco-Mode) mit dem Titel „Eco-Fashion – was steckt dahinter?. Sie zeigte auf, wohin sich die Fair Fashion in den letzten Jahren entwickelt hat. Sie gab einen Überblick über die wichtigsten Fair Trade Zertifikate und zeigte ansprechende Bilder von fairer Design-Kleidung, besonders aus England. (aber auch ihre Eigenkreationen !)

 
Bei der anschließenden Podiumsrunde kamen Günther Reifer (Unternehmer EcoFashionStore), Ruth Oberrauch (Marketingmanager Salewa Italy), Francesco Imbesi (Verbraucherzentrale Südtirol) und eine Kauffrau aus Bozen zu Wort. Sie antworteten auf Fragen von Rudi Dalvai. 

Das Gesprächsklima bei den anschließenden Fragen und Antworten war geprägt von gegenseitigen Respekt und auch von Vorsicht, was aufgrund der teilweise unverbindlichen und ausweichenden Statements von zweien der vier Leute auf dem Podium eher ein Glücksfall (für sie) war.


Abschließend ein Kompliment allen Organisatoren für den guten Verlauf der Veranstaltung !
 

Montag, 28. März 2011

Sandgestrahlte Jeans sind schick aber tödlich

Einige unserer schicken Jeans im Used-Look oder Vintage-Style werden unter extrem gesundheitsgefährdenden Bedingungen "veredelt". Damit die brandneuen Kleidungsstücke aussehen, als wäre sie schon lange getragen worden, werden sie von ArbeiterInnen in Ländern wie der Türkei oder Bangladesch manuell sandgestrahlt.
Im Unterschied zu andern Methoden, etwa der chemischen Behandlung von Jeans oder dem Stonewashing, lässt sich mit dem Sandstrahlen die vorgegebene Design-Texturen genauer herstellen. Sandstrahlen ist zudem die billigste Methode, also attraktiv für die Industrie.

Dieses sogenannte Sandstrahlen schädigt vor allem die Lungen von ArbeiterInnen, die nicht ausreichend gegen den gefährlichen Staub geschützt sind. Schätzungsweise 4.000 - 5.000 ArbeiterInnen erkrankten bisher alleine in der Türkei an der aus dem Bergbau bekannten Krankheit Silikose. Die weltweite Dunkelziffer ist hoch, da Sandstrahlen sehr oft in Kleinstunternehmen oder in Heimarbeit durchgeführt wird.
Für die Lungenkrankheit Silikose gibt es keine Heilung, ihr Ausgang ist häufig tödlich.
Also: Hände weg von sandgestrahlten Jeans ! 
Link zum Weiterlesen: http://www.spiegel.de

Freitag, 25. März 2011

Eröffnung terra eco fashion store in Brixen, Trattengasse 6

Am Mittwoch 16.03.2011 wurde in Brixen der terra eco fashion store eröffnet. Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt, um in gemütlicher Atmosphäre die gelungene Geschäftseröffnung zu feiern. Evelyn Oberleiter und Günther Reifer vom Terra Institute haben gemeinsam mit Heiner Oberrauch von Oberrauch Zitt den terra eco fashion store eröffnet. Neben den Geschäftsgründern waren auch Landesrat Michl Laimer sowie Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller anwesend. Nach den Ansprachen und der kirchlichen Einweihung durch Prälat Giner, wurde die Eröffnung bei einem guten Glas Wein und biologischen Snacks gefeiert.

Gemäß der Philosophie – Fair, Organic, Sustainable, Recycled, Handmade, Fashion – werden ausschließlich Artikel angeboten, welche unter sozial vertretbaren Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Sie bestehen so weit als möglich, aus organischen oder recycelten Material. Neben stilvollen Modeartikeln findet man Naturkosmetik, genauso wie spannende Bücher und Accessoires für Damen, Herren und Kinder.
Quelle und Bildrechte: www.gekus-blog.com

Montag, 7. März 2011

Eco-Fashion "Ökologisch und fair produzierte Bekleidung - Standard für die Zukunft?"

Eco-Fashion "Ökologisch und fair produzierte Bekleidung - Standard für die Zukunft?" 
Infoveranstaltung für Konsumenten und Unternehmer am 24. März 2011

Beim Kauf von Bekleidung spielen meist Modetrends und der Preis die entscheidende Rolle. Doch ökologisch und sozial gerecht zu konsumieren, liegt im Trend. Bei immer mehr Konsumenten wächst das Bewusstsein, dass gerade bei Textilen enorme ökologische Schäden, menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse und gefährliche Chemikalien mitgekauft werden. Seit einigen Jahren entstehen immer mehr Unternehmen, die gerade junge Mode nach ökologischen und sozial gerechten Richtlinien produzieren. Um im Dschungel von Marken und Siegeln bewusst und informiert auszuwählen, ist Hintergrundwissen notwendig.
 
Über dies und mehr möchten die Organisationen Operation Daywork, OEW und hds - Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol in Zusammenarbeit mit dem Friedenszentrum der Gemeinde Bozen in einer gemeinsamen Veranstaltung informieren und gleichzeitig der Frage nachgehen, ob Eco-Fashion in Zukunft Standard sein kann.
 
Die Informationsveranstaltung für Konsumenten und Unternehmer findet am Donnerstag, 24. März 2011, um 19 Uhr, im Festsaal der Gemeinde Bozen, Gumergasse 7, Parterre, statt.
 
Programm:

-     
19.00: Dr. Deborah Lucchetti, Präsidentin der Sozialgenossenschaft fair, Koordinatorin der Clean Clothes Campaign Italien, Autorin: „Aktuelle Entwicklungen in der globalisierten Textilindustrie“
-         
 19.30: Sonja Wöhrenschimmel, Mit-Organisatorin der Wearfair Messe Linz, Journalistin, Designerin von Eco-Mode: „Eco-Fashion – was steckt dahinter?
-         
Anschließend Podiumsdiskussion: „Eco-Fashion - Trend oder Muss für die Zukunft?“ mit  den Referenten sowie Günther Reifer (Unternehmer EcoFashionStore), Ruth Oberrauch (Marketingmanager Salewa Italy), Francesco Imbesi (Verbraucherzentrale Südtirol) und einem Vertreter des hds unter der Moderation von Rudi Dalvai.

Sonntag, 30. Januar 2011

H&M setzt sich gegen Ausbeutung ein. Ist das glaubhaft ?

Der Modekonzern H&M tritt gegen Ausbeutung ein. Und doch verkauft er Kleidung für ein paar Euro. Wie kann das sein? Eine Suche nach dem Geheimnis des billigen T-Shirts.


Ein gut recherchierter Artikel auf "Die Zeit-Online":

http://www.zeit.de/2010/51/Billige-T-Shirts?page=1

Dienstag, 23. November 2010

Ist Bio = Fair ?

Für den Konsumenten ist es sehr schwierig, sich in der Flut von Begriffen und Siegeln ein klares Bild zu machen. Was bedeutet Bio, was ist Fair ? Oder ist das dasselbe ?
Grundsätzlich muss man sagen, dass "Bio" und "Fair" zwei verschiedene Ansätze sind, die Bekleidungsindustrie zu reformieren.

Man muss wissen, dass 30% aller Agrar-Spritzmittel weltweit auf den Baumwollfeldern landen. Das Versprechen, dass mit gentechnisch veränderter Baumwolle keine Spritzmittel mehr nötig sind, hat sich in der Praxis nicht bewahrheitet. Weltweit sterben an die 20.000 Menschen an den Folgen von Vergiftungen durch Baumwoll-Spritzmittel. Man muss sich vorstellen, dass die Handhabung von Spritzmitteln nicht so geregelt ist und den Bauern die Gefahren nicht so bewusst sind wie in Europa. Die Bio-Baumwolle ist eine gültige Alternative, um zum einen die Anbauer und die Böden vor den Giften zu schützen. In der Umstellungsfase zum Bio-Anbau gehen die Erträge zwar deutlich zurück, in der Folge aber kann der Bauer deutlich mehr verdienen, da sich die Erträge verbessern, er weniger Kosten hat und er die Bio-Baumwolle zu einem höheren Preis verkaufen kann. Oft wird mit der Umstellung auf Bio auch das Bewässerungsverfahren auf Tropfbewässerung umgestellt, was deutliche Wassermengen einspart. Baumwolle ist nämlich ein enormer Wasserfresser.

Den Konsumenten wird mit dem Begriff "Bio-Baumwolle" suggeriert, dass sie "giftfreie Kleidung" tragen. Leider ist es oft der Fall, dass der Rohstoff Bio-Baumwolle bei der Verarbeitung durch nachträgliche Behandlungsverfahren (Pilzhemmer, Färben, Stärken, Glanzmittel, Anti-Knitter-Behandlung, ecc.) derart mit Giftstoffen kontaminiert wird, dass am Ende das Kleidungsstück nicht mehr als "Bio" bezeichnet werden kann. Es mag da sicher Ausnahmen geben, die industriellen Färbeverfahren mit Naturfarben stecken leider noch in den Kinderschuhen.
Somit hilft der Bioanbau von Baumwolle vor allem den Bauern, den Böden,  dem Grundwasser und senkt unter Umständen den Wasserverbrauch.

Durchaus schlagende Argumente, um sich für Kleidung aus Bio-Baumwolle zu entscheiden !